(v.l. Dr. Marcel Heinemann, Philipp Fernis, Thomas Albrecht)
Der Direktor des Amtsgerichts Mayen, Dr. Marcel Heinemann, übernimmt künftig eine zentrale Rolle in der rheinland-pfälzischen Justizlandschaft: Auf der diesjährigen Landesvertreterversammlung am 8. September 2025 im Oberlandesgericht Zweibrücken wurde er einstimmig zum Vorsitzenden des Bundes der Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte Rheinland-Pfalz gewählt. Dr. Heinemann folgt auf Oberstaatsanwalt a. D. Thomas Albrecht, der den Verband seit 2019 geführt hat und aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antrat. Die Delegierten würdigten Albrechts langjähriges Engagement sowie seine erfolgreiche Arbeit in einer Phase tiefgreifender justizieller und gesellschaftlicher Herausforderungen. Neben dem Vorsitzenden wurde auch der geschäftsführende Vorstand neu gewählt.
Stellvertretender Vorsitzender wurde Richter am Oberlandesgericht Dr. Jan Keppel. Gemeinsam mit Oberstaatsanwalt Martin Schalk als Schatzmeister sowie Richterin am Landgericht Hannah Weiser als Geschäftsführerin bildet er zusammen mit Dr. Heinemann den geschäftsführenden Vorstand des Verbands. In den erweiterten Landesvorstand, zu dem kraft Amtes auch die Vorsitzenden der einzelnen Bezirksvereine gehören, wählten die Delegierten ferner:
RLG Volker Bache (Koblenz), OStA’in Dr. Petra Zimmermann (Frankenthal), StA Patrick Gabriel (Mainz), VRLG Andreas Klein (Trier), VRinOLG Martina Kohlmeyer (Koblenz), VRLG Dr. Jan Hildebrandt (Frankenthal), RinAG Anne Kappel (AG Alzey), RinAG Sandra Wingenter (AG Worms). Assessorenvertreterin wurde Ri’in Dinkheller (Frankenthal).
An den verbandsinternen Teil der Versammlung schloss sich ein öffentlicher Abschnitt an, zu dem hochrangige Ehrengäste eingeladen waren: der rheinland-pfälzische Justizminister Philipp Fernis, der Bundesvorsitzende des Deutschen Richterbundes, Richter am Bundessozialgericht Achim Scholz, sowie der Oberbürgermeister der Stadt Zweibrücken, Marold Wosnitza.
Justizminister Fernis dankte in seinem Grußwort dem Verband ausdrücklich für seine kontinuierliche und konstruktive Arbeit. Bundesvorsitzender Scholz hob die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landes- und Bundesverband hervor. Oberbürgermeister Wosnitza betonte in seinem Grußwort die besondere Bedeutung Zweibrückens als einen der beiden zentralen Justizstandorte in Rheinland-Pfalz.
Unter den Gästen befanden sich zudem zahlreiche Spitzenvertreterinnen und -vertreter der rheinland-pfälzischen Justiz, darunter die Präsidenten des Landessozialgerichts und des Landesarbeitsgerichts, der Präsident des Oberlandesgerichts Zweibrücken sowie die Leiter der Generalstaatsanwaltschaften und der Vizepräsident des Oberlandesgerichts Koblenz.
Thematischer Schwerpunkt der Landesvertreterversammlung war „Die Chancen und Probleme bei der Nachwuchsgewinnung der Justiz in heutiger Zeit“.
RinLG Dr. Kathrin Lang aus dem Social-Media-Team des Oberlandesgerichts Koblenz und Ministerialdirigent Fabian Scherf, Leiter der Zentralabteilung im rheinland-pfälzischen Justizministerium, zeigten in ihren Vorträgen auf, wie die Justiz intensiv neue Wege beschreitet und moderne Medien einsetzt, um sicherzustellen, dass für die rheinland-pfälzische Justiz – wie bisher und ebenso in Zukunft – qualifizierter Nachwuchs gewonnen werden kann.
In der sich anschließenden Diskussion zum Thema Personalgewinnung sagte der neue Vorsitzende des Richterbundes, Dr. Heinemann, den Vertreterinnen und Vertretern des Justizministeriums die vollumfängliche Unterstützung der dem Verband angehörenden Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte zu.
In seiner Antrittsrede betonte Dr. Heinemann zudem, dass er sich auch in seiner neuen Funktion mit Nachdruck für die Belange der rheinland-pfälzischen Justiz einsetzen werde. Gute Arbeitsbedingungen und eine amtsangemessene Besoldung aller Kolleginnen und Kollegen seien, so Heinemann, der Schlüssel für eine unabhängige und strukturell gefestigte Justiz. Dies wiederum bilde die Grundlage für Rechtssicherheit – einen bedeutsamen Standortvorteil in einer Welt im Wandel.